Beauty Hair

I feel pretty vs. Thriller

15. Februar 2015
ninosy_ponyparade

Julie Andrews und Michael Jackson wechseln sich auf meiner Playlist stetig ab. Genauso regelmäßig ändert sich bei mir auch eine Einstellung: die zu meinen Haaren. Man kann die Uhr danach stellen. Der Wahnsinn beginnt, sobald ein neuer Frisörtermin feststeht.

Ich bin ein Ponymädchen. Mit Pferden kann ich nix anfangen, die machen mir sogar eher ein bisschen Angst. Ich meine die Mähne, die mir selbst im Gesicht herumflattert. Als unwissender Teenager war ich kurze Zeit der Ansicht, ein gerader Mittelscheitel sei das Non-plus-Ultra, bis ich einige Jahre später, natürlich weitaus weiser und reifer geworden, resigniert feststellen musste: Scheiße. Das ging gar nicht. Rundes Mondgesicht plus hohe Stirn vertragen sich ungefähr so gut miteinander wie Cola und Mentos. Das Ergebnis ist zum Lachen – für die anderen.

Das Zauberwort hieß also Kaschieren. Ab da fing ich an, Pony zu tragen. Egal ob zu kurzen oder langen, blonden oder dunklen Haaren. Mein Pony war immer dabei. IST immer dabei.

Mein Pony ist mir das Heiligste an meiner Frisur. Abgebrochene Spitzen, stumpfes Haar, Spliss? IST MIR EGAL! Hauptsache, der Pony sitzt.

Habe ich mich und meinen Gesichtsvorhang ängstlich in vertrauensvolle Hände begeben und komme frisch aus dem Salon, beginnt die unsichere Phase. Okay, ist das jetzt wirklich so, wie ich es wollte? Oder hat er an dieser Seite vielleicht 0,04 cm vergessen?! Diese Phase – eigentlich kann man daher nicht von Phase sprechen – dauert meistens nur bis zur nächsten Haarwäsche. Hat der Figero meine Ansprüche erfüllt, beginnt die I feel pretty-Phase. Ich und mein Pony sind eins, wir galoppieren gemeinsam durch die Straßen der Stadt und wir gehen zusammen ins Kino.

Doch dann, von heute auf morgen, kommt der Tag, an dem mein Pony mich im Stich lässt. Wir sind nicht mehr eins. Hier bin ich unzufrieden, da ist er zu lang und dort – das Allerschrecklichste – ist eine Ponylücke!!! Denn werden die Haare zu lang, entwickelt sich mein Pony zum Vorhang und entblößt, richtig, die verhasste Stirnpartie. Die Thriller-Phase hat begonnen. Jeder Morgen vorm Spiegel wird anstrengend, Bürste und Föhn bekommen schon in aller Frühe ihr Fett weg und werden angeschrien. Ein neuer Frisörtermin muss also her!

Kaum ist der Anruf getan, der Termin im Kalender eingetragen, beginnt sich mein Pony zu verändern. Tage-, ja sogar wochenlang war ich genervt von diesem Haar-Ungetüm. Und jetzt wird, klammheimlich, der Thriller doch wieder zur Love Story. Denn: pünktlich zum Tag des Termins beim Frisör sitzt alles. Tutto bene. Der Pony ist morgens wieder ein Pony und kein Vorhang, ich schaue verwundert in den Spiegel, frage mich, ob ich den Termin noch absagen soll und summe leise vor mich… I feel pretty, oh so pretty…

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2 Comments

  • Reply merkwrdg 18. Februar 2015 at 13:49

    Sehr witzig geschrieben! Komischerweise sitzen meine Haare auch immer am schönsten am Tag des Frisörbesuchs :D

    • Reply ninosy 18. Februar 2015 at 14:04

      Vielen lieben Dank. :-)
      Haha, ja, das ist wirklich ein seltsames Phänomen… vielleicht sollte man das mal wissenschaftlich untersuchen.

      Alles Liebe aus Hamburg
      Nori

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