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#ninosyreist: Teneriffa

16. April 2015
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Ich bin wieder da. Zurück aus dem Urlaub und von einem Kurztrip ins schöne Berlin. Hallo Hamburg! Und sorry, dass ich so lange in der Versenkung verschwunden war. In meiner Vorstellung sah ich mich diesen Post unter folgenden Bedingungen schreiben: braun gebrannt, voller Fernweh und mit wehmütigen Gedanken an die größte der Kanarischen Inseln. Die Realität weicht erheblich davon ab: genauso weiß wie vorher, aber plus Grippe vom Feinsten. Und froh, wieder zurück im deutschen Norden zu sein. Oh Teneriffa, du „Insel des ewigen Frühlings“, was hast du mir nur angetan?

Um mal eine Sache vorweg zu nehmen: Teneriffa ist schön. Wirklich. Eine beeindruckende Landschaft, die mir so bisher noch nie begegnet ist. Saftig grüne Pflanzen, sanft im Wind schaukelnde Palmen, schwarzer Lava-Sand, zerklüftete Steinfelsen, blendend weißer Schnee – die Insel lässt einen schneller durch sämtliche Jahreszeiten rotieren, als man zwischen Sandalen und Boots wechseln kann.

Darum war für uns von vornherein klar, dass wir keinen typischen Strandurlaub verbringen werden. Wir wollten die Insel erkunden, mit dem Mietwagen durch die Gegend heizen (was sich angesichts des stark untermotorisierten Renault Clio, den wir bekamen, als besonders schwierig erwies) und einfach eine gute Zeit auf den Kanaren mit leckerem Essen und wärmenden Sonnenstrahlen verbringen. Ich mach’s kurz: Das Wetter hat es nicht gut mit uns gemeint. Von den angekündigten 23°C sind nur 16 übrig geblieben, die Sonne hat sich meist hinter einer dicken Wolkendecke versteckt und als es am zweiten Tag dann auch noch walnussgroße Hagelkörner herunter ließ, war meine Laune da, wohin die Regenmassen den Berg entlang wanderten: ganz unten.

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Nichts desto trotz gab es natürlich trotzdem ein paar tolle Momente und hätte ich die letzten zwei Tage nicht mit Schmerzmitteln zugedröhnt in unserem Hotel verbracht, wären wir sicher noch mehr Kilometer um die Insel gecruist. Aber genug mit der Nörgelei, jetzt gibt’s ein paar Tipps und Einblicke.

Flug

Von Hamburg aus haben wir uns mit Norwegian Airlines auf den Weg Richtung Kanarische Inseln gemacht. Getränke und Snacks waren hier nicht inklusive, dafür gibt’s jede Menge Platz! Für mich ist zwar auch der kleinste Flieger kein Problem, mit meinen kurzen Beinen kann ich mich überall ausstrecken, aber meinem Freund hat’s gefallen. Merkt euch das, wenn ihr lange Beine und kein Geld für die Business Class habt. Und: Die Stewardessen tragen Latzkleider! Wie toll ist das denn?!

Zurück ging es – seltsamerweise – mit Air Berlin, wo es zwar ausreichend Getränke an Board gab, ich den nicht sehr appetitlichen Brötchen-Snack aber meinem Freund zuliebe gegen mehr Beinfreiheit eingetauscht hätte. Und, welch Ironie des Schicksals: Am Tag des Rückflugs hat sich die Kanareninsel von ihrer allerbesten Seite gezeigt und noch einmal richtig Sonne satt geboten. Schade. Wir saßen schon im Flieger.

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Der Berg ist trotzdem selten von seinen geliebten Wolken zu trennen. Von oben schön anzusehen, macht es absolut keinen Spaß, durch diese graue Suppe auf über 3000 Meter im Zickzack-Kurs hochzufahren. Mein Ergebnis: Schwindel und desperately in the need of chocolate. Das Resultat bei meinem Freund: Enthusiasmus und Schadenfreude.

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Norden vs. Süden

Die meisten Urlauber verbinden mit einem Aufenthalt auf Teneriffa automatisch die Touristen-Hochburgen im Süden, Playa de Las Américas und Los Cristianos. Ich rate euch: LASST. DAS. SEIN. Es sei denn ihr bevorzugt Massentourismus, fragwürdige Promenadenbesucher, Strandverkäufer alle 3 Meter und Bier aus „lustigen“ Stiefelhumpen. Nein? Dann ab mit euch in den Norden. So haben wir es gemacht und sind nach Puerto de la Cruz gefahren, was, zugegebenermaßen, selbstverständlich auch vom Tourismus erschlossen ist. Jedoch leben Touristen hier neben Einheimischen, die Stadt wurde nicht wie die Touri-Region im Süden aus dem Boden gestampft und es gibt immer was Interessantes zu sehen. Zum Beispiel Surfer. Oder ein großartiges, top gepflegtes und riesiges Schwimmbad, direkt neben dem Meer. Angler. Kleine Gassen. Niedliche Cafés. Na gut, und natürlich ein paar Hotelanlagen.

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Unser Hotel „Las Águilas“ lag nicht direkt in Puerto de la Cruz, sondern etwas oberhalb auf einem Hügel, was uns jeden Tag einen Wahnsinnsblick beschert hat (na gut, größtenteils haben wir auf undurchdringliche Wolkendecken gestarrt, die sich am Pico del Teide, dem höchsten Berg Spaniens, gestaut haben). Aber trotz der 4-5 Grad Unterschied, die der Norden gegenüber dem Süden einbüßen muss, bin ich froh, dass wir uns für Puerto entschieden und uns das Treiben an der Südküste nur für einen Nachmittag angetan haben.

Mietwagen & Ausflüge

Sollte euch von meinem miesepetrigen Einstieg nicht die Lust auf eine Reise nach Teneriffa vergangen sein, so sei euch gesagt: Bucht einen Mietwagen. Ihr werdet ihn brauchen. (Es sei denn, ihr entscheidet euch für die Ballermann-Light-Version im Süden und wollt nur Bier und Sangria aus besagten Humpen trinken.) Und nein, ihr müsst den Wagen nicht mit einer kompletten Tankfüllung beglücken. Die Insel ist nicht so riesig und die Wege nicht so lang, wie man vielleicht annimmt. Wir haben den Wagen fünf Tage gehabt, sind vom Norden in den Süden, an die Ostküste in die Haupstadt Santa Cruz de Tenerife, den Pico del Teide rauf und wieder runter gefahren – und hatten am Ende noch die Hälfte des Sprits übrig.

Absolutes Must-see und mein Highlight der Reise: der Berg. Als wir ihn dann endlich hinauffahren durften. Beim ersten Mal setzte, wie bereits erwähnt, das gewaltige Unwetter ein und nach gefühlten tausend Links- und hunderttausend Rechtskurven sagte man uns, die Straße sei nicht weiter befahrbar weil vereist (!) und wir mussten umkehren. Zwei Tage später haben wir einen neuen Versuch gewagt und wurden, nachdem wir die Wolkendecke durchbrochen hatten, mit einer Aussicht belohnt, die uns sprachlos gemacht hat. Und endlich: SONNE! Ja man! Schnell ein paar Outfitbilder oben geschossen (Ergebnis folgt bald), ein Eis genascht und dann auf der anderen Seite des Berges hinunter, ab in den… Schnee. Während ich ungläubig mit meinen Birkenstock-Schlappen im Wagen sitze und wir den Berg hinunterkriechen, flitzen überall um uns herum jauchzende Kinder und Erwachsene durch die Schneelandschaft. Well…

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Fazit

Bei wem Sonnenschein und Temperaturen über 22°C zu einem gelungenen Urlaub dazugehören, der braucht Teneriffa nicht von seiner Bucket List zu streichen – allerdings sollte man die Reisezeit vielleicht genauer überdenken. Im Frühling ist das Wetter oft noch unbeständig und wechselhaft. Dafür bietet die Insel so viel Abwechslung: von grenzenloser Natur bis zu feierwütigen Party People, von Wasserrutschen- und Tierparks bis zu charmanten kleinen Städtchen und engen Gassen (die es mit einem Steigungswinkel von 45° hinaufzufahren gilt – challenge accepted!), von leckeren Tapas bis zu noch leckererem Wein. Hätten mich Grippe und der Wettergott verschont, so wäre ich rundum glücklich und wehmütig ins heimische Hamburg zurückgekehrt. So bin ich mal aus dem alltäglichen Trott ausgebrochen, habe eine schöne Zeit zu zweit genossen und mich doch wieder sehr auf die eigenen vier Wände gefreut.

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Noch mehr Eindrücke gibt’s unten in der Bildergalerie. Wie sieht’s aus, war jemand von euch schon einmal auf Teneriffa? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Oder fliegt ihr vielleicht demnächst sogar selbst hin? Ich bin auf eure Berichte gespannt!

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3 Comments

  • Reply wordsbyhannii 16. April 2015 at 21:01

    Ich hab dich für den One lovely Blog nominiert. Ich würde mich wirklich freuen, wenn du mitmachst. :)

  • Reply wordsbyhannii 16. April 2015 at 11:23

    Wunderbare Bilder. :) Da bekommt man wirklich Fernweh.

    • Reply NINOSY 20. April 2015 at 10:20

      Vielen Dank! :-)

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