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Skandaløs Festival

27. September 2015

Mein Heimatort liegt direkt zwischen dänischer Grenze und Nordsee, in dieser Ecke Nordfrieslands kennen sich Hans und Franz. Jeder trägt ein „sen“ im Nachnamen (Johannsen, Petersen, Ingwersen). Bis auf Feuerwehr-, Erntedank- und diversen Zeltfesten, alles organisiert von der hiesigen Landjugend, ist partytechnisch nicht viel zu erwarten. Spricht man von Kultur, ist meist nur die Rede von der ausgeprägten Trinkkultur. Nicht, dass ich diese Feste nicht schätze, sie haben schließlich meine Jugend geprägt, aber mit guter Musik hatte das selten zu tun und plumpes Betrinken wird auf Dauer auch irgendwann langweilig.

Seit 2011 hat sich allerdings eine Veranstaltung etabliert, von der wir am Anfang nicht wirklich geglaubt haben, dass sie wirklich in unserem Kaff stattfinden würde: das Skandaløs Festival. Vor sechs Jahren fand das Festival, organisiert von ein paar Studenten aus Lüneburg und Hamburg (einer mit Wurzeln aus Nordfriesland) zum ersten Mal in der Nähe des beschaulichen Neukirchens statt. Direkt an einem See (die Tiefe), in dem schon lange niemand mehr badete, weil man sich das Gerücht erzählte, darin würden tote Schafe treiben. Seit einigen Jahren baden im Sommer wieder regelmäßig Menschen in ihm, genauer gesagt alle zwei Jahre im Sommer. Hunderte. Alles Besucher des Skandaløs Festivals.

Es ist ein Event, auf das ich mich jedes Mal wie verrückt freue. Es taucht die mir so bekannte Landschaft in eine ganz besondere Atmosphäre. Die Musik, die Kunst, das Essen, die Menschen, alles ist so untypisch für diese Gegend und passt trotzdem so perfekt an diesen Flecken Norddeutschlands.

Das Skandaløs Team präsentiert alle zwei Jahre eine tolle Range an Newcomern aus Kunst und Musik. Auf dem Festival spielten schon Kakkmaddafakka oder Milky Chance, als sie noch vollkommen unbekannt waren; ein Beweis dafür, dass hinter dem Ganzen viel Feingefühl bei der Auswahl der Künstler steckt.

Auch dieses Jahr im August wurden meine Erwartungen wieder erfüllt, die Stimmung war entspannt und losgelöst, das Wetter grandios, die Location noch schöner herausgeputzt als die Jahre zuvor und die Künstler wieder fabelhaft.

Mein Highlight dieses Jahr? Die Band Parcels. Ein Haufen junger Typen Anfang zwanzig mit langen Haaren, einem extrem guten Kleidungsstil und noch besseren Musikgeschmack, aber seht selbst:

Ein paar Eindrücke habe ich natürlich auch bildlich festgehalten, alles mit Einwegkameras. Das ist praktisch eine kleine Tradition, die sich etabliert hat.
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Einen tollen Einblick ins Skandaløs Festival bietet übrigens auch dieser wunderbar gelungene Aftermovie:

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