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WWBD – What would bloggers do?

18. Oktober 2015
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Wer kennt sie noch? Die Armbändchen mit der ominösen Buchstaben-Kombination W.W.J.D.? Während meiner Schulzeit waren sie allgegenwärtig, gehypter als das exzessive Sammeln von Festivalbändchen und wurden genau wie Wolle Petrys Armcandy niemals abgenommen. Die Abkürzung steht für What would Jesus do? und sollte die Träger daran erinnern, sich in jeder Situation zu fragen, wie Jesus Christus gehandelt hätte. So weit, so gut.

Nun leben wir im sogenannten digitalen Zeitalter, die W.W.J.D.-Bänder sind weniger geworden (zumindest in meinem Umfeld) und bevor wir vor Situation XY bedingungslos kapitulieren, reicht uns meist ein Klick ins Netz, denn dort erhoffen wir uns eine Lösung für unser Problem. Eine Antwort auf unsere Frage. Eine Inspiration. Die Meinungs- und Stimmungsmacher? Internationale und nationale Blogger und Bloggerinnen, bekannte Influencer, Instagram-Stars und Co. Und weil in der hiesigen Blogosphäre scheinbar ein Konsens darüber herrscht, was wie und wann zu tun ist, widmen wir uns diesem Phänomen doch mal.

WWBD – What would bloggers do?

5 Situationen, ganz alltäglich und unheimlich wichtig. Beispielhaft für euch ausgewählt und bewertet. Ganz nach der Fragestellung: WWBD – What would bloggers do? (Und ich sage das jetzt nur einmal: Knipst ruhig den Ironie-Schalter beim Lesen an. Schadet nicht.)

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Der Langhaar-Traum

„Ich liebe meine Kurzhaarfrisur, aber ich habe gesehen, dass viele Blogger für Fotoshootings und auch zwischendurch zu Extensions greifen. Muss ich mir jetzt auch welche anschaffen?“

Gegenfrage: Bist du in der Lage, irgendeine andere Frisur mit deinen zwei linken Händen zu zaubern, als einen Pferdeschwanz? Schaffst du es, ohne größere Verletzungen, die Dinger in deine normale Haarpracht zu integrieren, ohne im Nachhinein wie ein gerupftes Huhn auszusehen? Ja? Wunderbar, go for it. Nein? Mach’s trotzdem. Aber such dir einen anständigen Friseur direkt um die Ecke, der dir jedes Mal bei deiner Verwandlung in Rapunzel zur Hand geht.

Die 24-Stunden-Momentaufnahme

„Nach Facebook kam Instagram, jetzt ist Snapchat das große Ding. Sollte ich mir einen Account zulegen und darauf hoffen, dass es jemanden interessiert, wie ich Regenbögen kotze und Staubkörner wische?“

Sehen und gesehen werden, das ist das große Credo bei Snapchat. Es reicht nicht, deinen Alltag vor einer mittelgroßen Followerschaft auszubreiten. Entertainment ist das Stichwort. Statt also deine Zuschauer mit einem Snap deines ersten Fallschirmsprungs zu langweilen, hau so richtig auf den Putz und zeig ihnen die spannendsten 10 Sekunden deiner morgendlichen Kaffee-Zubereitungs-Routine. Hell yeah, that’s exciting.

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Der healthy Lifestyle

„Alle haben schon mal Juice-Detox-Kuren ausprobiert und sind nach sieben Tagen fruchtiger Volldröhnung mehr oder weniger begeistert. Ich will dazugehören, aber vertrage Fructose nicht gut. Hilfe! Und jetzt?“

Möglichkeit 1: Du scheißt drauf (im wahrsten Sinne des Wortes) und gönnst dir 168 Stunden Bauchweh inkl. längerer Toilettensitzungen und landest im Kreis der Auserwählten. Du hast gedetoxed. Mit Juice. Herzlichen Glückwunsch junger Padawan. Möglichkeit 2: ICH DACHTE DU WILLST DAZUGEHÖREN?!

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Die perfekte Galerie

„Ich wollte einen Schnappschuss meines Hundes bei Instagram hochladen. Direkt nach dem Fotografieren. Ohne Bildbearbeitung. Ohne vorher zu checken, ob ich so meinen einheitlichen Feed bewahren kann. Ist das erlaubt?!“

#OMG #dashatsiejetztnichternsthaftgefragt #WTF #ichglaubesgehtlos

Die wahren Gewinner

„Ich habe mich getraut und einen Blog ins Leben gerufen. Aber die anderen haben viel coolere Gewinnspiele als ich. Ist doch nichts dabei, überall mitzumachen und gleich mal meine URL da zu lassen, oder?“

Da ist selbstverständlich gar nichts dabei. Ist doch klar, dass du Werbung für deinen Blog machen musst. Und es ist ja auch wirklich fies, dass die Agenturen und Brands mit ihrem Gewinnspiel nicht auf dich zugekommen sind. Schämen sollen die sich! Da ist es ja wirklich nur das Mindeste, den Gewinn abzustauben und ihn später auf deinem Blog als #sample vorzustellen. Ehre wem Ehre gebührt!

Tell me the truth, bitch.

Nein, ihr müsst all das nicht mitmachen. Natürlich nicht. Aber ihr könnt. Ihr müsst euch keine Chiasamen reinpfeifen, wenn ihr die klebrige Masse nicht ausstehen könnt. Aber ihr könnt. Ihr müsst euren Bob nicht gegen zottelige Walle-walle-Mähne eintauschen. Nein. Aber ihr könnt. Ihr tragt, macht und kauft die Dinge, die euch glücklich machen. Wenn ihr der Meinung seid, der perfekt inszenierte Instagram-Feed gehört dazu und er ist es, der euch glücklich macht: Hip Hip Hooray! Wenn ihr 14cm-Heels anziehen wollt und euch beim Ausführen fast die Beine brecht, aber sie es sind, die euch glücklich machen: Heureka! Dann seid ihr schon ein ganzes Stück weiter als alle anderen. Denn ihr habt verstanden, um was es geht. Um wen es geht. Nämlich um euch. Und wenn ihr mir nicht glaubt, dann glaubt es James Bay. Der kann’s auch viel schöner sagen singen als ich.

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2 Comments

  • Reply FashionqueensDiary 22. November 2015 at 17:37

    Sehr, sehr geil geschrieben :-D

    • Reply Nori 23. November 2015 at 22:14

      Vielen lieben Dank! :)

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