Fashion Lifestyle

What is slow fashion? feat. Fashion Fika

5. Januar 2016
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Vor gar nicht allzu langer Zeit haben wir der lieben Anni in ihrem Conscious Interview Rede und Antwort gestanden und unsere Meinung zu den Themen Fair Fashion, bewusster Konsum, Slow Fashion und lokale Lieblingsbrands zum Besten gegeben. Heute drehen wir den Spieß mal um und bieten Anni, die sich auf ihrem Blog Fashion Fika vorrangig mit nachhaltiger Mode beschäftigt und dort ihre daily Outfits sowie einen Einblick in ihr Modedesign-Studium gibt, die Gelegenheit, uns und euch noch mehr für eine ihrer Herzensangelegenheiten zu sensibilisieren: Slow Fashion. Los geht’s mit dem ersten Gastpost auf NINOSY!

Was ist eigentlich Slow Fashion? Oder: (K)eine Petition zur Preishebung?

Auch wenn man kein Fan von diesem Eco-Fashion-Nachhaltigkeits-Zeugs ist, sollte man als Modefreund trotzdem informiert sein. Und spätestens, wenn sich bereits Büchertitel mit Slow Fashion in die Regale des lokalen Ladens schleichen, wird es Zeit, das Ganze mal näher unter die Lupe zu nehmen.

Wer das Interview mit Nina und Nori auf meinem Blog Fashion Fika gesehen hat, der weiß, dass ich einen Schwerpunkt auf das Thema lege und aufklären möchte. Dazu möchte ich auch heute die Gelegenheit dieses Gastposts nutzen.

Was ist also Slow Fashion? Wie der Name schon verrät, geht es um Langsamkeit. Genauer: Es geht darum, die Schnelllebigkeit aus der Karussellfahrt, die sich Modewelt nennt, zu nehmen. Nun kann man sich natürlich fragen: Warum das Ganze?

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Ist es nicht total super, dass Designs, die einen Tag auf dem Laufsteg sind, schon zwei Wochen später in der Innenstadt hängen?

Ist es nicht toll, dass auch der Otto-Normalverbraucher sich alle paar Monate neu einkleiden kann?

Ist es nicht toll, dass es inzwischen Pullover für 20€ oder weniger gibt?

Ja… ist es das?

Hier wird nicht der Finger gehoben, denn ich bin auch nicht 100% konsequent mit meinem ethischen Konsum und auch ich habe ein Talent dazu, mir die besten Argumente einfallen zu lassen, wenn es um einen Neuzugang im Kleiderschrank geht. Es gibt viele Argumente zu diesem Thema und genauso viele Blickwinkel.

Trotzdem möchte ich euch bitten mal zu überlegen: Wie kann das sein? Diese immer schneller werdende Maschine der Modeindustrie funktioniert nämlich nur auf dem Rücken von vielen tausenden leidenden Arbeitern. Sie werden oft sterbenskrank, weil sie mit giftigen Chemikalien arbeiten müssen um unsere Jeans zu färben. Sie bekommen chronische Gelenkkrankheiten, weil sie diese eine Bewegung, die das Glitzerteil an dem Shirt, was du nur einmal trägst, anbringen müssen. Sie können keine Pause machen, denn dann werden sie gefeuert.

Ich habe keine Lösung für dieses Problem, außer, dass ich meinen Teil beitragen kann, so wie jeder von euch es könnte. Muss natürlich niemand.

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Slow Fashion ist also eine Gegenbewegung zur immer schneller werdenden Maschinerie der Modewelt. Sie setzt sich dafür ein, dass das Handwerk, der Designprozess, und die Herstellung hinter jedem Kleidungsstück wertgeschätzt werden.

Wertschätzen. Das heißt auch automatisch, dass die Preise in die Höhe gehen und das ist auch okay. Denn ich selbst, als Modedesignerin in der Ausbildung, möchte nicht, dass meine Designs, an denen ich Wochen verbringe oder Schnitte, an denen ich lange arbeite, billig kopiert und für wenige Euro das Stück verkauft werden.

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Wir haben Glück in einer Gesellschaft zu reifen, in der TEILEN im Zeitgeist verankert ist. Nicht umsonst sind Konzepte wie „Share your Meal“ und sustainable fashion brands so auf dem Erfolgskurs.

Was ist eure Meinung dazu? Ich weiß, dass Kunden sehr sensibel auf Preiserhöhungen reagieren und noch vor wenigen Jahren haben Kunden das Eco-Shirt, was 5€ teurer war, wieder weggelegt, als sie das günstigere Fast Fashion Shirt sahen. Ist das immer noch so? Würdet ihr mehr Geld für ein Kleidungsstück oder ein Paar Schuhe ausgeben, wenn ihr wüsstet, dass es unter fairen Bedingungen gefertigt wurde/es ohne Chemikalien hergestellt wurde oder aus ökologischen Materialien besteht? Oder nervt euch dieses Thema einfach nur?

Herzlichen Dank für den schönen Beitrag, liebe Anni, und viele Grüße nach Bielefeld! <3 Jetzt seid ihr gefragt: Wie steht ihr zu dem Thema Slow Fashion? Wird die Nachhaltigkeit in der Mode von euch bereits exzessiv ausgeführt und ist das somit für euch ein alter Hut? Oder seid ihr Anhänger der Fast Fashion Industrie und seid mit dem Thema bisher noch nicht in Berührung gekommen? Und wer von euch möchte gerne seinen Modekonsum verlangsamen? Wir sind gespannt!

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2 Comments

  • Reply fairlockend 9. Januar 2016 at 13:25

    Toll, dass ihr auf eurem Blog dem Thema durch diesen Gastbeitrag einen Raum gegeben habt! Ich selber habe mein Einkaufsverhalten vor bald drei Jahren konsequent auf ökofaire Mode umgestellt und seither nie bereut. Ist der Schritt erst einmal getan, wird es irgendwann selbstverständlich und man kommt auch nicht in Versuchung, bei Zara oder Mango zu stöbern. Wer ein sehr schmales Budget hat, kann über Second Hand Portale Geld sparen – aber prinzipiell muss ökofaire Mode nicht viel teurer sein als herkömmliche Kleidung. Gerade Basics gibt es teilweise wirklich günstig, aber ganz generell wird das Angebot durch die steigende Nachfrage zum Glück immer grösser und viele Dinge, die bei meinem „Umstieg“ vor drei Jahren noch eher schwierig zu beschaffen waren (z.B. faire Bademode), gibt es langsam auch in „gut“.
    Es freut mich total, dass ein Umdenken stattfindet, aber es ist noch ein weiter Weg. Für mich steht trotzdem fest, dass Slow Fashion die Zukunft sein muss. :)
    Posts wie dieser helfen dabei.

    • Reply NINOSY 11. Januar 2016 at 22:00

      Vielen herzlichen Dank für deine Anmerkung! Es freut uns, wenn der Gastpost Anklang findet und wir finden ja auch, dass das Thema nach wie vor noch zu stiefmütterlich behandelt wird – auch wir müssen uns da an die eigene Nase fassen. Merci auch für deine guten Tipps, Second Hand wird bei uns auch immer mehr zum Thema. :) Alles Liebe!

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