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Bucket list: Geburtstagsgedanken zur „thrilling thirty“

11. Oktober 2016
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Eigentlich hatte ich geplant, eine neue Wishlist zu veröffentlichen. So eine, auf der materielle Wünsche ihren Platz finden. Solche, die man sich vielleicht nicht selbst zwischendurch kauft, für die es sich zu sparen lohnt oder die eben einfach so viel schöner daherkommen, wenn sie als Geschenk verpackt sind. Dann scrollte ich durch meine Pinterest Wishlist (á propos Pinterest: Ich habe lange nicht mehr so viel gepinnt wie in letzter Zeit. Inspirationsquelle zum Niederknien! Ein extra Blogpost folgt!) und stellte fest, dass ich die meisten Sachen davon eigentlich nicht brauche. Sicher, sie sind nice to have, aber nichts, ohne das ich nicht leben könnte. Woher mir das bekannt vorkommt? Von meinen Eltern. Schon als mein Bruder und ich noch klein waren und wir sie nach ihren Geburtstagswünschen fragten, lautete die Antwort oftmals „Wir haben alles, ihr braucht uns nichts schenken.“ Als Kind natürlich vollkommen unverständlich. Wie kann man keine Wünsche haben?

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Let’s pretend to have your own bucket list. I mean, REALLY your bucket list.

Aber je älter ich geworden bin – ihr seht schon, das hier wird einer der Posts aus der Kategorie SENTIMENTALER GEDANKENWIRRWARR –, desto mehr konnte ich ihre Haltung nachvollziehen. In einer Welt, in der jederzeit und überall alles auf Knopfdruck verfügbar ist, in der wir unser eigenes Geld verdienen, um uns kleinere oder größere Geschenke selbst zu machen, da bleibt der Wunschzettel leer. Oder zumindest sehr sehr klein. Worüber ich mir bei der diesjährigen Frage nach meinen Geburtstagsgeschenken allerdings wirklich Gedanken machte, waren die Ziele, die ich für mich noch definieren wollte. Meine persönliche Bucket list. So mit 30, da hat man ja quasi schon ein Drittel seines Lebens hinter sich (ich rechne einfach weiterhin fest damit, mindestens 90 Jahre alt zu werden).

Natürlich geistern auch im Netz immer wieder Blogposts herum, die dir vorschreiben, was du unbedingt als Twentysomething erlebt haben musst. Oder was du vor deinem 30. Geburtstag abgehakt haben solltest. Wisst ihr, diese Listen – sie setzten mich eine Zeit lang unter Druck. Weil ich mit Müh und Not gerade mal hinter drei oder vier Punkte ein Check setzen konnte. Und das bei einer Ansammlung von mindestens 40 To-Dos. Ich wollte mir nicht vorschreiben lassen, wie ich mein Leben als 19-, 24- und seit heute 30-jährige zu leben habe. Es wurde also Zeit, meine eigene, ganz persönliche bucket list zu definieren. Und mir dabei vor allem keine Deadline zu setzen.

What are the things you want to achieve during your lifetime?

Habt ihr euch das auch schon gefragt? Was ihr in eurem Leben noch alles erreichen wollt, seien es realistische Wünsche oder absurde Luftschlösser? Denn auch die können manchmal gebaut und sogar bewohnt werden. Ich habe auf jeden Fall versucht, meine Träume und Ziele einmal gebündet festzuhalten. Was dabei herausgekommen ist? Eine kleine, aber für mich feine bucket list:

  • Tu das, wonach dir der Sinn steht. Und zwar nur dir. Mache keine Dinge oder Versprechungen mehr, nur um anderen zu gefallen oder um sie nicht vor den Kopf zu stoßen. Natürlich heißt das nicht, dass ich demnächst wie ein Ego-Rhinozeros durch den Großstadtdschungel trample und alles und jeden vor den Kopf stoße. Aber öfter mal ein herzliches und ehrliches „Nein“ statt ein herausgepresstes „Ja gerne“. Verbiegen muss man sich schon beim Yoga oft genug.
  • Akzeptiere, wie großartig du bist. „Ja, hat die jetzt noch alle Latten am Zaun?“ – werdet ihr sicherlich denken. Sowas Selbstverliebtes, Egozentrisches, Narzissti… STOP. Liebe fängt bekanntlich bei der Selbstliebe an. Die letzten Jahre war ich nie sonderlich zufrieden mit mir. Mit meiner Unentschlossenheit. Meiner Harmoniebedürftigkeit. Meinem Äußeren. Viel zu oft ließ ich mir von Medien und Co. diktieren, wie die „perfekte Frau“ auszusehen hat. Das lasse ich teilweise heute noch zu. Und damit ist ab sofort Schluss. Das ewige Vergleichen, das Nach-links-und-rechts-schauen hat ein Ende. Body Positivity, Girlpower, all diese starken Begriffe jagen aktuell durchs Netz, über die Blogs und in unseren Köpfen umher. Zeit, sie auch wirklich mal ernst zu nehmen und umzusetzen. Zeit, zu lernen, sich selbst zu lieben. Und auch den Mut und die Kraft, etwas zu ändern, wenn man nicht mit sich im Reinen ist. Das Leben ist ja schließlich keine Einbahnstraße und 30 nicht die Sackgasse.
  • Verbringe mehr Zeit mit den besten Menschen der Welt. Und lerne, welche die besten Menschen der Welt für dich sind. Auf wen du dich, jederzeit, hundertprozentig und ohne Wenn und Aber verlassen kannst. Verrenne dich nicht in angebliche Freundschaften, die einseitig daherkommen und in die du mehr investierst, als du jemals zurück erhalten wirst. Sicher, geben ist seeliger denn nehmen, aber deine Energie ist auch nicht grenzenlos und ein Blick zurück auf Punkt 2 zeigt: Du bist es absolut wert.
  • Spring über deinen Schatten – öfter als dir lieb ist. Ja, ich bin ein kleiner Angsthase. Wenn ich der Meinung bin, etwas nicht zu können, versuche ich es auch oft gar nicht erst. Zu groß ist die Angst, zu versagen, zu scheitern, mir weh zu tun, zu verlieren… die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Das fängt schon bei den kleinsten Sachen an: Ich habe Angst vorm Schlittschuhlaufen. Fall-Gefahr. Ich habe Angst davor, meine ehrliche Meinung in einem Kreis voller Gegner laut auszusprechen. Harmonie-Gefahr. Und ich habe Angst, alleine zu verreisen. Beziehungskrisen-Gefahr. Diese Ängste und noch einige mehr wären passende Baustellen für die nächsten Jahre.
  • Freu dich über Erfolge. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Wenn du also etwas Großartiges geleistet hast, dann klopf dir mal selbst gehörig auf die Schulter (und nicht nur dann, wenn es dein Umfeld auch tut). Und natürlich darfst du dich dafür auch mal belohnen. Zum Beispiel mit einer der materiellen Nichtigkeiten aus besagter Pinterest Wishlist.

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The first 30 years were good. The next 30 ones are gonna be fucking awesome.

Wer jetzt, zum Ende des Beitrags, enttäuscht zurückbleibt und sich eine bucket list inklusive Auflistung meiner konkreten Ziele erwartet hat: Sorry. Natürlich gibt es die auch. Klar finden da auch solche Sachen wie „Ich möchte unbedingt ein Jahr durch die Welt reisen!“, „In den nächsten Monaten fange ich einen Illustrationskurs an und starte ein eigenes Bullet Journal!“ oder „Meine nächste Handtasche wird eine Saint Laurent!“ ihren Platz. Aber darum ging es mir heute nicht. Das sind Träume, die ich mir in mein Notizheft schreibe und bei denen es okay ist, wenn ich sie mir eines Tages erfülle. Aber bei denen es genauso okay ist, wenn sie ein nicht gebautes und nicht bewohntes Luftschloss bleiben.

Was für mich wirklich zählt: Mit mir selbst ins Reine zu kommen. Ganz ich selbst zu sein. Und die thrilling thirty zu feiern, wie es sich gebührt: Mit ganz viel Leidenschaft, einer Prise Selbstironie, einer Handvoll Herzensmenschen, dem breitesten Grinsen der Welt und dem größten Glas Champagner. Cheers!

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8 Comments

  • Reply Olija 14. Oktober 2016 at 23:50

    So ein toller Beitrag!
    Auch hier nochmal alles Gute (nachträglich). :)
    Ich finde deine Gedanken zu dem Thema Bucket-List sehr inspirierend und erstrebenswert.
    Liebe Grüße,
    Olija

    http://innocentbeauty.de

    • Reply Nori 16. Oktober 2016 at 21:01

      Herzlichen Dank meine Liebe! <3
      Ja, jetzt gilt es nur noch, die wenigen, aber umso wichtigeren Punkte auch durchzuziehen. :)
      Liebste Grüße
      Nori

  • Reply Julia 11. Oktober 2016 at 10:12

    Ein ganz fabelhafter Beitrag👌🏽

    • Reply Nori 16. Oktober 2016 at 21:00

      Ganz ganz herzlichen Dank liebe Julia! <3

  • Reply Alena 11. Oktober 2016 at 9:42

    Also, ich hab deinen Blog gestern erst gefunden und bin jetzt schon super verliebt! Du wirkst so sympathisch und irgendwie echt, das gibt´s ja leider nur noch selten ;) Und deinen Style finde ich ganz bezaubernd!

    Liebst,
    Alena
    lookslikeperfect.net

    • Reply Nori 16. Oktober 2016 at 21:00

      Oh, was für wunderbare, liebe Worte, ganz herzlichen Dank! :) Das freut mich riesig.
      Ich hab mir deinen Blog auch direkt mal angeschaut und kann das Kompliment nur zurückgeben: Tolle Ausstrahlung hast du! Gleich mal Fan auf Facebook geworden. :)
      Ganz liebe Grüße
      Nori

  • Reply Cristina Junker 11. Oktober 2016 at 8:46

    Cheers du Tolle! 💗
    Auf die nächsten 30 🍾

    Love U 💞

    • Reply Nori 16. Oktober 2016 at 20:56

      Mit ganz viel Konfetti und Zuckerwatte! :)
      Liebe Liebe Liebe!

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