Culture Lifestyle Personal

Instagram vs. Reality (Part II)

1. August 2017
ninosy-instagram-reality-26

Ja, Instagram nervt, sogar mehr als noch als vor einem Jahr. Der neue Algorithmus zerrt an unseren Nerven, den Followerzahlen und Likes und Nori und ich sind dem Ganzen völlig ausgeliefert. Als kleiner Instagramer schafft man es kaum noch, eine nennenswerte Reichweite aufzubauen und die Beiträge gehen irgendwo im Nirwana verloren. Aber darum soll es hier und heute nicht gehen. Meine Reihe Instagram vs. Reality ist vor allem da, um unserer Lieblings-Hass-App mal wieder mit einem Schmunzeln entgegen zu treten, fast eine Art Selbsttherapie. Mehr Realness, das wünschen sich viele auf Instagram, doch seien wir mal ehrlich – wollen wir das wirklich?

Ich für meinen Teil liebe die wunderschön inszenierten Bilder und habe kein Problem damit, dass dort kaum noch Schnappschüsse gepostet werden. Neben Pinterest zählt Instagram zu meiner größten Inspirationsquelle und ich nutze die „Speichern“-Funktion sehr gern, um mir schöne Motive zu merken. Meiner Meinung nach haben die Stories die Aufgabe übernommen, eine Momentaufnahme zu teilen und unser Feed stellt nun eine Sammlung aus den schönsten Bildern dar. Das bedeutet: Wer Realness sucht, muss wohl auf die Stories ausweichen. Wenn ich mir mein Instagram vs. Reality so ansehe, bin ich ganz froh, dass es diese Bilder nie in meinen Feed geschafft haben, freue mich aber, wenn ihr mit mir darüber lachen könnt, wie absurd gestellt doch manchmal unsere Motive sind.

Falls ihr noch mehr davon sehen wollt: Hier findet ihr meinen ersten Post zum Thema Instagram vs. Reality. Und verratet mir doch gerne einmal eure Meinung zu dem ganzen Instagram-Wahnsinn und ob euch diese Kategorie gefällt?

#fromwhereistand

Wildblumen gehen gerade so gut auf Instagram (genauso wie Obst). Erst letztens bat ich meine Schwester, rechts ran zu fahren, weil ich ein paar Mohnblumen am Straßenrand entdeckt hatte und mir einredete, dass diese extrem gut zu meinen hellen Mules passen würden. Leider war der Großteil schon verblüht und ich musste ohne #fromwhereistand zurück ins Auto steigen. Seither scanne ich jede Straße nach brauchbarem Material. Was allerdings nicht so gut geht: Schwarze Watt-Füße. Klar, ist gut für die Haut, aber kein Filter der Welt lässt diese Watt-Strümpfe gut aussehen.

#foodporn

InstagramInstagram

Zum Frühstück Kaffee und Schokocroissant im Bett – diese Kombi würde zu genau zwei Dingen führen: einem riesigen Kaffeefleck auf den weißen Laken und tierischem Hunger. Die Realität sieht da doch etwas anders aus. Gegessen wird stets in der Küche und vor der süßen Kleinigkeit frühstücke ich immer herzhaft und am liebsten inklusive Frühstücksei.

#outfitoftheday

Instagram

Obwohl ein kurzer Rock (und dann noch in Weiß!) sehr untypisch für mich ist (den Look findet ihr übrigens hier), fühle ich mich in dieser Kombination definitiv wohl und das ist für mich das A und O bei einem Outfit. Ein bisschen zu wohl fühle ich mich eindeutig in der Weekday Jeans. Sie wird so lang getragen, bis sie nur noch um die Knie schlackert und dann wasche ich sie auch nur, damit sie wieder ein wenig fester sitzt.

#selfietime

Ich weiß noch genau, wie blöd und selbstverliebt ich mir vorkam, als ich mein erstes Selfie bei Instagram hochlud. Ich hoffte, dass keiner meiner Kollegen sich über mein Selbstbildnis lustig machen würde oder ich fiese Kommentare bekäme. Mittlerweile ist das Posten von Selfies keine große Nummer mehr. Wenn das Licht passt, man seine Standardpose gefunden hat und der Winkel stimmt, erledigen die gute Kameraqualität und Filter den Rest. Ein Selfie ohne Make-up? Auf den Geschmack kommen nur meine engsten Familienmitglieder. Die ungeschminkte Wahrheit? Was das angeht, bin ich extrem eitel. Selbst der Pizzabote bekommt mich nicht ohne Mascara zu sehen. Das rechte Bild ist also exklusives und hoch brisantes Material, bei dem ich jetzt schon bereue, es dem Internet preisgegeben zu haben.

#flatlay

Flatlays sind eine Kunst für sich und bringen mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns. Alles soll wie zufällig angeordnet aussehen, dabei ist alles fest arrangiert und platziert, wird hin und her geschoben und Millimeter genau zurecht gerückt. Ein Flatlay mit ganz eigenem Charme und in diesem Fall wirklich völlig zufällig ist mir letztens dann am Badesee gelungen, Produktplatzierung inklusive.

#healthyliving

Infused Water ist so ein Trend, der supertoll aussieht, aber in meinem Fall irgendwie immer scheiße schmeckt. Ich glaube, ich mache vor allem den Fehler, es einfach zu lang ziehen zu lassen, bis Minze und Co. nur noch bitter und sauer schmecken und ich das gesamte Wasser plus Inhalt wegschmeißen muss. Was mir allerdings immer gelingt – ein Flasche Weißwein öffnen.

#familygoals

InstagramInstagram

Dazu muss ich glaube ich nichts sagen…

#whatiweartoday

InstagramInstagram

Warum ich selten aktuelle Bilder poste? Weil es mich Zeit und volle Konzentration kostet, bis ich ein Motiv wie das linke Bild fertig bearbeitet habe. Es muss zuerst eine Auswahl getroffen werden; bei bis zu 50 Schüssen pro Motiv (16 GB Speicherplatz, hallo?!) manchmal gar nicht so einfach. Dann wird das Motiv bearbeitet. Ich nutze momentan den VSCO Filter A6 und drehe meist noch an der Belichtung. Ist der Hintergrund zu unruhig oder es muss etwas aus dem Bild retuschiert werden (Steckdosen, Schalter, Pickel), nutze ich zusätzlich noch die App Facetune. Ist das gemacht, lade ich das Bild in die App My Pics, um zu prüfen, ob es aktuell in meinen Feed passt. Tut es das nicht, wird daraus ruckzuck ein Latergram.

#drinks

InstagramInstagram

Ich bin ein absolutes Packaging-Opfer und wenn die Verpackung dann auch noch pink ist, muss ich es kaufen, nur um ein Instagram Foto davon zu machen. Schmecken tut es meistens zwar nicht so besonders, aber das ist wie gesagt nebensächlich. Geschmackstechnisch setze ich eher auf die Klassiker, Cola oder Vitamalz.

#flowers

InstagramInstagram

Dieses Motiv war zwar anders geplant, aber es ließ sich dennoch damit arbeiten. Wie ich schon erwähnte, gehen Wildblumen gerade extrem gut. Als ich also einen Strauß für eine Freundin gepflückt habe, musste dieser gleich für ein Instagram Motiv herhalten. Nicht geplant war, dass der Hund durchs Bild läuft, die Bänder meiner Hose offen sind und mir sämtliches Getier aus dem Strauß ins Gesicht fliegt.

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply Paola 8. August 2017 at 10:36

    Bin gerade durch einen Link von beautybutterflies auf Deinen Blog gestoßen und muss direkt mal sagen, dass mir das ungeschminkte Bild viel, viel besser gefällt. Da lächelst Du einfach so natürlich und sympathisch, das Selfie wirkt so aufgesetzt. ;-)

  • Reply Milena 1. August 2017 at 8:36

    Ach ich mag dich so!! Und das ungeschminkte Foto ist mindestens genauso schön wie das daneben! Ich kann diesen gestellten Perfektionismus nicht mehr sehen.

  • Leave a Reply