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Outfit: Hipster & Culotte gegen Landleben & schlechte Laune

23. August 2017
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Hipster gegen graue Mäuse

Man selbst hält ja den Ort, an dem man groß geworden ist, für wahnsinnig uninteressant und langweilig. Es gibt keinen Platz, den man nicht schon gesehen hat, keine Straße, die man nicht schon einmal entlang gefahren ist und kein Gesicht, dem man nicht schon einmal beim Bäcker begegnet ist. So zumindest läuft das auf dem Land und so geht es zumindest mir. Man hört es vielleicht raus: Die anfängliche Euphorie, ein paar Monate in der Heimat zu verbringen und das Landleben wieder zu entdecken, ist, dem beschissenen Wetter sei Dank, nun endgültig verflogen. Ich vermisse das aufregende Stadtleben, das Gewusel, die gut gekleideten Snobs und Hipster, Coffeeshops und fancy Restaurants. All das hätte diese Jahreszeit, die sich Sommer nennt, gut erträglich gemacht. Weite Felder, die Nordsee, lange Spaziergänge, das was das Landleben so ausmacht – das bringt eben nur Spaß, wenn das Wetter einigermaßen beständig wäre. So sind es doch immer nur die gleichen grauen Orte und Straßen.

CulotteStadt gegen Land

Es musste also Abwechslung her und so bat ich meine Schwester, mit mir ins nahe gelegene Tønder zu fahren. Eine kleine Stadt in Dänemark, nur 20km entfernt von uns. Eigentlich ging hier nie viel. Es gab dort Bianco Shoes, Vero Moda, einen Tiger und den besten Hotdog weit und breit. Das war’s. Zumindest in meiner Erinnerung. Das scheint sich allerdings in den Jahren meiner Abwesenheit geändert zu haben. Das kleine Städtchen, welches schon immer mit seinen bezaubernden kleinen Fischerhäuschen und dem skandinavischen Charme glänzte, bot nun neben einem großen H&M (der nächste ist 100km entfernt) ein tolles Angebot an Cafés und Restaurants, die alle so stylish und geschmackvoll eingerichtet waren, dass ich mir fast wie in einem Stadtteil von Kopenhagen vorkam. Ganz begeistert scannte ich jedes Lokal und mein Stimmungsbarometer stieg trotzt Regenschauer wieder auf einen positiven Wert an. Hier herrschte Leben (ja, auch Kommerz) und Gewusel und so ein tolles Ambiente, dass ich meine Schwester bat, spontan ein Outfitshooting mit mir zu machen. Dieser kleine Hauch von Urbanität und Stadtleben war das, was mir fehlte und ließ mich wieder ein wenig aufatmen.

 

Culotte

Culotte gegen Jeans

Übrigens haben Tønder und meine schwarze Culotte eine Gemeinsamkeit. Beide musste ich erst wieder für mich entdecken. Meine Culotte lag nämlich, neben diversen anderen Hosen, in meinem Flohmarkt-Koffer und war schon von mir aussortiert worden. Doch da all meine Sommersachen nicht wirklich zum Einsatz kommen und ich momentan einen Mangel an Jeans habe, wühlte ich sie wieder aus dem Koffer heraus und trage sie seither wieder wahnsinnig gern. Warum ich sie aussortiert hatte? Sie ist leider aus Polyester, ein Material, welches ich am liebsten aus meinem Kleiderschrank verbannen würde, da es sehr schnell Fussel anzieht, Knötchen bildet und dadurch leider oft sehr billig wirkt. Diese Hose kommt also nie ohne Fusselbürste aus, doch ich sehe es ihr nach, da sie mir trotz Polyester gute Dienste leistet.

Hemd gegen kleine Schwester

Aufs Hemd gekommen bin ich schon seit einer Weile, doch momentan trage ich es wieder besonders gern. Darin sieht man einfach immer ohne großen Aufwand gut angezogen aus. Ob locker-leger über der Hose oder, wie in diesem Fall, eingesteckt – bei den Temperaturen meine erste Wahl. Kleine Anekdote am Rande: Meine Schwester kommentierte das Hemd, als wir in der Anprobe bei H&M standen, mit den Worten: ,,Das lässt du aber hier, oder?” Dass das keines der Stücke war, die ich mir zum Anprobieren rausgesucht hatte, sondern schon längst mir gehörte und ich den ganzen Tag, den ich bereits mit ihr verbrachte, trug, signalisierte ich ihr mit einem ungläubigen Kopfschütteln. Leider gibt es die meisten Kleidungsstücke aktuell nicht mehr in den Onlineshops, daher verlinke ich euch Alternativen:

Culotte – asos | Jeansjacke – asos | Hemd – H&M
 Mules – About you | Tasche – asos

 

CulotteCulotteCulotteCulotte

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4 Comments

  • Reply Jana 24. August 2017 at 23:40

    Ich verstehe das so so gut mit dem ‚uninteressanten Dorfleben‘. Ich selber bin in einem 2000 Leute Dorf großgeworden. Ich freu mich komischerweise jedes Mal wieder drauf, wenn ich in den Semesterferien dort bin, aber nach einer Woche ist dann meistens schon der Punkt erreicht, an dem ich sage: Okay, reicht jetzt auch wieder. :D
    Achso, und ich finde das Outfit steht dir sehr gut :)
    Liebste Grüße, Jana
    http://janalueneberg.com

    • Reply Nina 29. August 2017 at 10:18

      Liebe Jana,
      Danke für deinen Kommentar und das liebe Kompliment!
      Für mich war das Ganze hier auch eine Art Selbstversuch: Könnte ich wieder zurück aufs Land ziehen?
      Meine Antwort habe ich jetzt und ich bin froh, dass ich es ausprobiert habe. Aus Dorfkindern können also auch Stadtkinder werden und das bin ich nun definitiv!

      Liebe Grüße
      Nina

  • Reply Rieke 23. August 2017 at 10:13

    Jetzt habe ich gerade unheimliche Sehnsucht nach Tøndern. In Gedanken war ich beim Lesen ganz kurz da 💕💕💕

    • Reply Nina 24. August 2017 at 11:11

      Hach, es würde dir gefallen! Es ist soo schön geworden.

      LG Nina

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