Personal

Ein Neuanfang

28. April 2018
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Der Anfang vom Ende.

Ende 2016 war es, als alles seinen Lauf nahm und die Zeichen auf Neuanfang deuteten. Irgendwo in einer kleinen, kalten 1-Zimmer-Wohnung in Frankfurt traf ich den Entschluss, etwas in meinem Leben ändern zu müssen. Ich war zu Besuch bei einer Freundin, die dort ein Praktikum machte und zur Zwischenmiete wohnte. Es war die letzte Etappe meines zweiwöchigen Trips durch Deutschland und gleichzeitig das Ende meines Urlaubs. Mein Oktoberurlaub – das war immer irgendwie das Highlight des Jahres. Das, worauf ich sehnsüchtig hingearbeitet hatte.

In diesem Jahr konnte ich allerdings keine große Vorfreude aufbringen, mir fehlte die Energie und ich war irgendwie ausgelaugt. Der bevorstehende Urlaub, ein Trip durch Deutschland mit Etappen bei einigen Freunden, wirkte irgendwie anstrengend und war das Gegenteil von dem, wonach ich mich zu der Zeit eigentlich sehnte. Im Bett verkrümeln, die Decke über den Kopf ziehen und einfach zwei Wochen lang liegen bleiben: Das war meine bevorzugte Alternative.

Natürlich nicht wirklich eine Alternative und so startete ich trotz Grippe, die sich ach so passend zum Urlaub einstellte, meine Tour. Das Reisen und die vielen Gespräche mit Verwandten und Freunden, die ich wieder traf, ließen keine Zeit für üble Gedanken und so genoss ich die Zeit trotz dicker Erkältung.

An meinem letzten Ziel in Frankfurt angekommen, immer noch nicht ganz fit, ein bisschen ausgelaugt von der Reiserei und das Ende des Urlaubs in Sichtweite, schien sich dann wieder ein dicker Kloß in mir zu bilden, der alle positive Energie und sämtlichen Optimismus verschlang. Mein Kontingent an Begeisterung war ausgeschöpft und das, obwohl ich mit zwei meiner besten Freundinnen in einer fremden Stadt war, die es zu erkunden galt. Der Ausblick auf das nahende Urlaubsende und die Rückkehr in den Alltag zogen mich runter. Dieser Missmut schien Dauergast zu werden und das wollte ich nicht zulassen. Ich beschloss: Nach dem Urlaub wird sich etwas ändern müssen!

Nina 2.0: Ein Neuanfang?

Doch wo fängt man da an? Ich begann bei mir selbst. Schon ewig hatte ich nichts mehr für mich und mein körperliches Wohlbefinden getan, fühlte mich unwohl im eigenen Körper, oft ausgelaugt und energielos. Die erste große Überwindung und ein Schritt in Richtung Glück und Neuanfang war meine Anmeldung im Fitnessstudio. Ich begann 2–3 Mal die Woche Sport zu treiben, was einen riesigen Effekt auf mein Wohlbefinden hatte. Es stieg nicht nur meine Muskelmasse, sondern vor allem mein Selbstvertrauen, das mir half, den nächsten Step zu wagen.

Ich arbeitete 5 Jahre in einer Werbeagentur. Dort war ich mittlerweile so mit meinen Kollegen verwachsen, dass sie den Großteil meines sozialen Umfeldes ausmachten. Die Arbeit selbst war schon lang nicht mehr das, was mir eigentlich lag und woran ich Spaß hatte, doch ich blieb zum einen wegen der Kollegen, zum anderen aus Furcht, nicht gut genug zu sein für einen anderen Job. Anfang 2017 brachte ich dann endlich den Mut auf zu kündigen und beschloss, mir bei der Suche eines neuen Jobs ausreichend Zeit zu lassen und erst einmal eine Art Auszeit zu nehmen. Im Juni ging es dann für 3 Monate in die Heimat. Meine Wohnung in Hamburg hatte ich untervermietet und vor mir lagen drei Monate, in denen ich Zeit hatte, mich neu zu sortieren und einen neuen Job zu finden.

Auszeit!

Drei Monate sind eine lange Zeit. Doch wenn es darum geht, herauszufinden, was man eigentlich möchte, wie der perfekte Job für einen aussieht und was man braucht, um glücklich zu sein, dann gibt es dafür keine Zeitspanne. Nach den drei Monaten war ich also wieder zurück in Hamburg und befand mich wieder in einem festen Konstrukt aus Arbeit, Wohnung, Geldverdienen. Ein mulmiges Bauchgefühl machte sich erneut breit. Ich versuchte es zu unterdrücken und stürzte mich in die neue Arbeit, die mir großen Spaß machte. Doch wenn ich mich morgens mit Tausenden anderen Menschen müde in die U-Bahn quetschte schlich es sich wieder ein. Einige Wochen rang ich mit mir und redete mir ein, dass ich erst einmal wieder in Hamburg ankommen müsste – doch das Gefühl blieb.

Was nun? Schon wieder ne Auszeit? Keine Option, durch den neuen Job hatte ich wieder richtig Freude am Gestalten gefunden und auch neue Selbstsicherheit entwickelt, das war also nicht das Problem. Es lag eher an den Rahmenbedingungen. Meine Arbeitszeit selbst einteilen, flexibler sein und auch noch die Arbeit am Blog unterbekommen, das war mein Wunschszenario. Auch aus meiner kleinen 2-Zimmer-Wohnung schien ich irgendwie rausgewachsen zu sein, sie fühlte sich nicht mehr nach Zuhause an.

Auf zu neuen Ufern.

Ein Gedanke, der da schon länger in meinem Kopf war, wurde immer präsenter. Nach Flensburg ziehen, in diese kleine hübsche Stadt, in die Nähe meiner Familie und dann alles riskieren und selbstständig machen? Von Woche zu Woche wurde der Gedanke hartnäckiger, bis ich Weihnachten meinen Eltern von dieser Idee erzählte. „Du bist nicht glücklich, wie es ist“ lautete das Urteil meiner Mama, „mach, was dein Bauchgefühl dir sagt“.

Und das habe ich die vergangenen drei Monate gemacht. Schritt für Schritt habe ich das Kapitel Hamburg beendet und Schritt für Schritt das Kapitel Flensburg verwirklicht. Dabei half mir ein wenig Naivität, unerschütterlicher Optimismus, die Tatsache, dass ich eigentlich nichts zu verlieren habe und der gute Zuspruch meiner fantastischen Familie und Freunde. Aus jedem Schritt, den ich nach vorn gemacht habe, entwickelte sich eine neue Möglichkeit und ohne es vorhersehen zu können, ging dort, wo sich eine Tür schloss, ein andere unerwartet auf und alles entwickelte sich so unglaublich zu meinen Wünschen, dass ich es nach wie vor kaum glauben kann.

Tag 2 der @kitschcanmakeyourich #instagraminteriorchallenge 🙌🏻 das Thema heute: #iicTABLE Garnicht so einfach, wenn man gerade dabei ist die neue Wohnung ganz neu einzurichten. Momentan ist alles noch ziemlich provisorisch und nichts passt so richtig zusammen ( was mich wahnsinnig macht 🤦🏻‍♀️😅). Ich habe meine Möbel hauptsächlich über eBay Kleinanzeigen gekauft und will noch einiges an ihnen verändern. Einen richtigen Esstisch gibt es noch nicht, dieser hier soll eigentlich in die Küche. Die Stühle und das Sideboard bekommen noch einen dunkleren Anstrich und erst dann gehe ich auf Esstisch Suche. #home #interiordesign #interior #solebich #homedecor #germanblogger #blogger_de #zuhause #einrichtung #midcentury #iicconnox @_connox_ #zeigwasduliebst

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Nun sitze ich also in Flensburg. In meinem persönlichen Altbautraum, völlig überwältigt davon, was in den letzten Wochen alles so passiert ist und was noch alles zu erledigen ist. Bin nun selbstständige Grafikdesignerin und beruflich auf mich allein gestellt. Die nächsten Wochen und Monate werden eine große Herausforderung für mich und ich habe so viele Pläne, die ich am liebsten sofort umsetzen möchte. Langsam, Schritt für Schritt, lautet momentan mein Mantra, in der Hoffnung, damit die Euphorie und gleichzeitig auch die Angst vor dem Versagen zu zügeln.

Ich bin sehr glücklich mit diesem Entschluss, denn es fühlt sich an als wäre ich nach Hause gekommen. Also: Wünscht mir Glück mit diesem Neuanfang! Mitverfolgen könnt ihr natürlich alles über Instagram. ;)

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1 Comment

  • Reply Mara Wettwer 6. Mai 2018 at 20:51

    Hey liebe Nina, echt super interessant. Und dazu gehört auch einfach riesen Mut! Kannst stolz auf dich sein. Ganz liebe Grüße aus Hamburg!

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