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Kaufst du noch oder leihst du schon?

9. März 2015

Shoppen macht glücklich. Punkt, aus. Da erzähle ich euch nichts Neues. Die Beute ist gefangen und wird zufrieden in die eigene Höhle geschleppt, dort ausgepackt und bei jedem Anblick durchströmen viele kleine freundliche Endorphine den ganzen Körper. Oder im Fall des Online-Shoppings heutiger Zeiten: ein Klick, großes Glück. Aber müssen wir eigentlich immer alles besitzen, um vollends happy zu sein? Reicht es nicht auch aus, das angehimmelte Kleidungstück/die gehypte DVD/den Nachbarshund einfach auszuleihen?

„Whoever said that money doesn’t buy happiness didn’t know where to shop.“ Blair Waldorf sagt, was Sache ist. Hätte ich diese Behauptung vor Monaten noch anstandslos unterschrieben, bin ich mir da jetzt nicht mehr ganz so sicher. Müssen wir wirklich immer alles Geld ausgeben, um die Dinge, von denen wir träumen, zu besitzen – und sie dann möglicherweise nach einigen Wochen im Schrank vergessen zu lassen? Sicher, die Wirtschaft bedankt sich. Das sehe ich auch auf meinen Kontoauszügen: H&M sagt Danke. Bitte bitte. Danke ich es mir selbst denn auch?

Vor einigen Tagen stolperte ich bei der täglichen Wuselei durchs Internet über eine Erklärung von Philipp Gloeckler, dem Gründer der Verleih-App WHY own it. Eine sehr ehrliche und mutige Erklärung. Denn WHY own gilt offiziell als ‚gescheitert‘; am 12. März werden die Server abgestellt und alle Daten gelöscht. Ich gebe zu: ich hatte die App selbst eine Zeit lang auf dem Smartphone. Am Anfang schaute ich immer mal wieder interessiert hinein. Dann schaute ich nur noch hinein. Am Ende ärgerte ich mich über den vergeudeten Speicherplatz und löschte sie. Aber warum? Warum muss ich das Buch meiner eigenen Literatursammlung hinzufügen, statt es mir von einem Freund zu borgen, durchzulesen, und es ihm zurückzugeben?

Besonders nachhaltig ist das nicht. Und Nachhaltigkeit – dieser Begriff begegnet uns mittlerweile überall. Wir versuchen, nachhaltiger mit unseren Lebensmitteln umzugehen, recyclen mehr, kaufen bewusster ein. Maddie (ich weiß, ich erwähne sie ständig… Girlcrush-Alarm, #sorrynotsorry) und immer mehr vorbildliche Leute achten darauf, wo und unter welchen Bedingungen ihre Kleidung hergestellt wird. Firmen wie car2go oder DriveNow sind auf dem Siegeszug – Car Sharing wird, besonders in Großstädten, immer mehr genutzt. Und auch die Kleiderei in Hamburg hat es sich auf die Fahne geschrieben, dem Konsum entgegenzuwirken und bietet schöne Kleidungsstücke an, die zum Beispiel für besondere Anlässe ausgeliehen werden können.

Warum fällt es uns dann scheinbar so schwer, auch kleinere, alltägliche Dinge zu verleihen? Steckt in uns vielleicht doch ein schwer zu vertreibendes Sammler-Gen? Oder reaktivieren wir dieses im Erwachsenenalter erst wieder? Ganz nach dem Motto: mein Haus, mein Boot, meine nicht-verleihbare Plattensammlung. In meiner Kindheit war es noch üblich, Bücher und CDs an Freunde und Klassenkameraden zu verleihen. Meine Bravo Hits gegen dein Tamagotchi. Und alle waren glücklich.

Wie steht ihr zum Thema Share Economy? Könntet ihr euch vorstellen, öfter mal Sachen von Freunden und Bekannten auszuleihen oder eure eigenen Schätze auf Zeit weiterzugeben? Tauscht ihr vielleicht sogar Kleidung oder Schuhe mit Freundinnen, die dieselbe Größe haben? Oder müssen die Sachen direkt in euren Besitz wandern? Ich bin gespannt auf eure Antworten!

 

Bildquelle: erikadejesus.com

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5 Comments

  • Reply Fiona 11. März 2015 at 11:40

    Bei Kleidung habe ich so meine Probleme was das ausleihen und verleihen angeht, bin da irgendwie eigen ;) Aber ja, in allen anderen Bereichen des Lebens finde ich es wunderbar! Gerade was DVDs, Musik, Bücher und co. angeht – da bin ich voll mit dabei! :)
    Liebe Grüße
    Fiona THEDASHINGRIDER.com

    • Reply NINOSY 11. März 2015 at 15:19

      Liebe Fiona,

      ich glaube, bei Kleidung haben viele noch eine gewisse Hemmschwelle. Selbst unter Freundinnen mit derselben Konfektionsgröße wird, meines Erachtens nach, weniger getauscht als früher.
      Bücher, Musik und Co. sind vielleicht weniger „persönlich“ – und die Gefahr, dass diese Dinge eventuell nach Schweiß riechen oder Make-up-Flecken tragen, ist auch relativ gering. ;-)

      Alles Liebe
      Nori

  • Reply sPOTTlight 9. März 2015 at 9:19

    Die Tauschkultur kommt leider viel zu kurz! Wir könnten viel mehr sparen und auch teure Klamotten öfter einsetzen, indem wir sie mal auf Zeit abgeben würden. Dann hätte man auch nicht mehr so ein schlechtes Gewissen, wenn die schönen Teile nur ein Mal im Jahr aus’m Schrank geholt werden ;-) Aber natürlich muss man demjenigen, dem man das geliebte Teil ausleiht, auch vertrauen …

    • Reply NINOSY 9. März 2015 at 14:11

      Das stimmt – wie viele Schrankleichen jede Frau wohl insgeheim im Schrank hat… Aber es müssen ja auch nicht unbedingt Kleidungsstücke sein (was vielleicht oftmals ein Problem mit unterschiedlichen Konfektionsgrößen geben könnte). Gerade kleine Sachen wie Bücher oder DVDs lesen und schauen sich die meisten Leute nur einmal an und dann nie wieder. Auf diesem Gebiet bin ich allerdings leidenschaftliche Sammlerin. ;-)

      • Reply sPOTTlight 9. März 2015 at 14:36

        Ja, das stimmt und viele „ekeln“ sich ja sogar immer noch davor, Klamotten anderer anzuziehen – wenn man denjenigen nicht so kennt. Da ist’s mit DVDs und Co. sicherlich einfacher. Hihi, das kennen wir aber auch nur zu gut ;-)

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